

Wie lässt sich über Musik Beziehung gestalten und regulieren? Wie können Musiktherapeut*Innen einen musikalischen Kontext herstellen, der Verständigung und therapeutisch relevante Erfahrungen ermöglicht, im Einzel- wie im Gruppensetting?
Welche Techniken und musikalischen Mittel stehen hierfür zur Verfügung und von welchen Haltungen und Annahmen lassen wir uns als Musiktherapeut:Innen bei unseren Interventionen leiten?
Aus einem relationalen Therapieverständnis heraus stellt sich darüber hinaus die Frage, wie wir das Musikverständnis der Patient*Innen, ihre Erfahrungen, ihre Wünsche und ihr Wissen um Musik in den gemeinsam gestalteten therapeutischen Prozess integrieren. Was können Therapeut:Innen von ihren Patient:Inen für ihre Arbeit über Musik lernen? Der Referent wird seine theoretischen Überlegungen darlegen, im Zentrum soll allerdings die gemeinsame praktische Arbeit stehen. Das heißt, die konkrete Erarbeitung von Spielideen, Vermittlung von musiktherapeutischem “Handwerkszeug” und, damit einhergehend Super- und Intervision.
Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT) und Mentalisierungsbasierte Therapie (MBT) der Borderline-Störung verbindet bei allen Unterschieden der Gegenwartsbezug der Interventionen, das interpersonale Verständnis von Psychotherapie und das Wissen um die Auswirkungen der Affektregulationsstörung auf alle Lebensbereiche, auch auf die therapeutische Beziehung, im Einzel- wie im Gruppensetting. Musik und Musiktherapie mit Borderline-Patient:Innen und Patient:Innen mit komplexer Traumafolgestörung scheinen in besonderer Weise die hohe emotionale Vulnerabilität und affektive Instabilität dieser Gruppe zu berühren. Mitunter heftige Formen der Abwehr, Schamreaktionen oder rigide Bewertungsmuster können dafür Ausdruck sein, aber auch in exemplarischer Weise dazu anregen, das der Therapie zugrunde liegende musikalische Material zu untersuchen.
Die Fortbildung richtet sich daher in erster Linie an Kolleginnen und Kollegen, die im Bereich Psychotherapie und Psychiatrie, aber auch an diejenigen, die vorrangig mit anderen Störungsbildern arbeiten.
Qualifikationsziel | Die Fortbildung zielt nicht auf die Vermittlung überprüfbaren Wissens oder Könnens, möchte aus einem interpersonalen Therapieverständnis heraus einen Sensibilisierungsprozess in Bezug auf Musikverständnis und das musikalische Material in Gang setzen und dazu anregen, das musikalische Handeln als auch die zur Anwendung kommenden musikalischen Mittel zu reflektieren.
Gerhard Kupski | Dipl.-Musiktherapeut (DMtG), langjährige Tätigkeit an der Hans-Prinzhorn-Klinik, Hemer, Schwerpunkt Psychotherapie der Borderline-Störung, steht in der Tradition der Nordoff/Robbins-Musiktherapie und orientiert sich in seiner Arbeit am EBQ-Instrument und Mentalisierungsmodell und ihren entwicklungspsychologischen und bindungstheoretischen Grundlagen. Er ist u.a. zertifiziert als DBT-Skilltrainer
Zielgruppe| Musiktherapeut:innen, Musiktherapiestudierende
Anzahl an Einheiten (à 45 Minuten): 18
Fortbildungstyp | Präsenz
Zertifikatskurs | Nein
Methodik | praktische Übungen, Instrumentalspiel, Nordoff/Robbins-Musiktherapie, EBQ
Ort | Praxisgemeinschaft Fröbelgasse, 1160 Wien
Kosten | Regulär € 520,00 | ordentliche ÖBM Mitglieder und Studierende € 440,00 | außerordentliche ÖBM Mitglieder € 365,00 | affillierte Mitglieder und Pensionist:innen € 495,00
Anmeldeschluss | 08.01.2027

ÖBM - Österreichischer Berufsverband für Musiktherapie
Vierthalergasse 10/4, 1120 Wien
T: +43 699 10 654 741 (Do und Fr 9:00 - 11:00)
E: info(a)oebm.org
UID Nr.: ATU70980003